Diana über Charles: „Mein Mann ist in seinen Kammerdiener verliebt“

Veröffentlicht am 22. September 2026 um 12:51

Rubrik: International
Format: Faktencheck
Autor: Sinisa Brkic (sb)



Es ist eine außergewöhnliche Aussage über den heutigen britischen König. Prinzessin Diana soll ihrem Bruder Charles Spencer erklärt haben, ihr damaliger Ehemann sei „in seinen Kammerdiener verliebt“. Spencer bestätigt nun öffentlich, dass Diana diese Worte zu ihm gesagt habe. Ob hinter ihrer Aussage tatsächlich eine Beziehung zwischen Charles und einem männlichen Mitarbeiter stand, ist jedoch bis heute nicht belegt.

Ein Satz, der Jahrzehnte später für Aufsehen sorgt

Fast drei Jahrzehnte nach dem Tod von Prinzessin Diana sorgt eine bislang wenig bekannte Aussage aus ihrem Privatleben für neue Aufmerksamkeit. Ihr Bruder Charles Spencer schildert in seinem am 22. September 2026 veröffentlichten Buch „Swan Song: Diana, My Sister“ ein Gespräch mit Diana aus der Zeit, als ihre Ehe mit dem damaligen Prinzen Charles bereits schwer belastet war. Spencer zufolge traf er seine Schwester zum Mittagessen, als sie ihm erklärte, dass sie sich von Charles scheiden lassen wolle. Er habe Diana darauf hingewiesen, dass Teile der Öffentlichkeit möglicherweise wenig Verständnis dafür aufbringen würden. Ihre Antwort beschreibt Spencer mit einem Satz, der nun international für Schlagzeilen sorgt. In deutscher Übersetzung habe Diana zu ihm gesagt: „Aber, Carlos, mein Mann ist in seinen Kammerdiener verliebt.“



Spencer bestätigt Dianas Worte

Charles Spencer lässt keinen Zweifel daran, dass er sich an diese Aussage seiner Schwester erinnert. In einem aktuellen Interview erklärte er, er wisse, dass Diana dies zu ihm gesagt habe, und genau deshalb habe er den Satz in seinem Buch festgehalten. Das ist die zentrale gesicherte Ebene der Geschichte. Spencer erklärt öffentlich, dass Diana diese Worte ihm gegenüber geäußert habe. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass die darin enthaltene Behauptung über Charles zutraf. Gerade diesen Unterschied macht Spencer selbst deutlich. Er kann nach eigener Darstellung nicht sagen, auf welchen Mitarbeiter Diana sich bezogen haben könnte. Ebenso wenig weiß er, weshalb sie davon überzeugt war, dass ihr damaliger Ehemann in seinen persönlichen Diener verliebt gewesen sei.

Kein Name, kein Nachweis einer Beziehung

Spencer nennt in diesem Zusammenhang keinen Namen. Diana habe ihm nach seiner Darstellung ebenfalls nicht erklärt, wen sie konkret meinte. Damit fehlt bereits eine wesentliche Voraussetzung, um ihre damalige Aussage einer bestimmten Person oder einem bestimmten Vorgang zuzuordnen. Bemerkenswert ist zudem, dass Spencer selbst die Behauptung seiner Schwester rückblickend als wenig wahrscheinlich beschreibt. Er berichtet also nicht von einer Beziehung, deren Existenz er persönlich beobachtet oder überprüft hätte. Er dokumentiert vielmehr, was Diana ihm damals gesagt habe. Damit ist die Grenze zwischen Erinnerung und überprüfbarer Tatsache klar. Dass Spencer die Aussage seiner Schwester heute wiedergibt, ist dokumentiert. Eine romantische oder sexuelle Beziehung von Charles zu einem männlichen Mitarbeiter ist dadurch nicht nachgewiesen.

Was bedeutet „Valet“?

Im englischen Original verwendet Diana laut Spencer das Wort „valet“. Im Umfeld des britischen Königshauses bezeichnet der Begriff einen persönlichen Diener beziehungsweise einen Mitarbeiter, der sich unmittelbar um die persönlichen Bedürfnisse und die Garderobe seines Dienstherrn kümmert. Die deutsche Bezeichnung „Kammerdiener“ gibt diese Funktion am ehesten wieder, auch wenn der historische Begriff im heutigen Sprachgebrauch ungewöhnlich wirken kann. Entscheidend ist jedoch nicht die Berufsbezeichnung, sondern der Inhalt von Dianas Aussage: Sie habe ihrem Bruder erklärt, Charles sei in diesen persönlichen Mitarbeiter verliebt. Wer dieser Mitarbeiter gewesen sein soll, bleibt offen.

Dianas Wahrnehmung einer zerrütteten Ehe

Die Aussage fällt in eine Phase, in der die Ehe zwischen Diana und Charles bereits tief zerrüttet war. Die privaten Konflikte des Paares wurden Anfang der 1990er Jahre zunehmend öffentlich ausgetragen, bevor 1992 die Trennung bekanntgegeben wurde. Die Scheidung folgte 1996. Spencers neue Schilderung erweitert damit vor allem das Bild davon, wie Diana ihre damalige Ehe selbst wahrgenommen haben soll. Sie zeigt, welche Überzeugungen und Vermutungen sie ihrem Bruder gegenüber äußerte. Sie liefert jedoch keinen unabhängigen Beweis dafür, dass sämtliche ihrer damaligen Annahmen den tatsächlichen Verhältnissen entsprachen. Gerade bei persönlichen Erinnerungen aus hoch emotionalen Lebensphasen ist diese Unterscheidung wesentlich. Spencer kann bezeugen, was seine Schwester nach seiner Erinnerung zu ihm sagte. Er kann nicht bestätigen, dass der Inhalt ihrer Aussage zutraf.

Buckingham Palace widerspricht anderen Aussagen Spencers

Spencers neues Buch hat in Großbritannien bereits erhebliche Reaktionen ausgelöst. Darin erhebt er mehrere Vorwürfe gegen Charles und schildert seine Erinnerungen an die letzten Jahre seiner Schwester sowie die Zeit unmittelbar nach ihrem Tod im August 1997. Buckingham Palace hat einzelnen Darstellungen des Buches deutlich widersprochen und grundsätzlich darauf hingewiesen, dass Trauer Erinnerungen und Bewertungen beeinflussen könne. Zu Dianas konkreter Aussage über einen Kammerdiener wurde bislang keine inhaltliche Widerlegung veröffentlicht, die einen Nachweis für oder gegen eine entsprechende Beziehung liefern würde. Auch daraus lässt sich kein Schluss über den Wahrheitsgehalt von Dianas Aussage ziehen. Das Ausbleiben einer detaillierten Stellungnahme ist weder eine Bestätigung noch ein Beweis für das Gegenteil.

Keine Grundlage für weitergehende Spekulationen

Die neue Veröffentlichung dürfte dennoch zahlreiche Spekulationen über das Privatleben des heutigen Königs auslösen. Gerade deshalb ist eine präzise Trennung zwischen dem tatsächlich Berichteten und daraus abgeleiteten Vermutungen erforderlich. Spencers Aussage erlaubt keine belastbare Schlussfolgerung über die sexuelle Orientierung von Charles. Sie erlaubt ebenso wenig die Feststellung, der damalige Prinz habe tatsächlich eine romantische oder sexuelle Beziehung mit einem männlichen Mitarbeiter geführt. Auch die nachträgliche Suche nach möglichen Personen im damaligen Umfeld von Charles führt ohne zusätzliche Belege nicht weiter. Einen bestimmten ehemaligen Mitarbeiter aufgrund seiner beruflichen Nähe zum damaligen Thronfolger mit Dianas Aussage in Verbindung zu bringen, würde aus einer unbelegten Vermutung eine neue Behauptung erzeugen.

Was tatsächlich feststeht

Fest steht, dass Charles Spencer in seinem neuen Buch eine bemerkenswerte Erinnerung an seine Schwester veröffentlicht. Nach seiner Darstellung sagte Diana ihm während eines Gesprächs über ihre bevorstehende Trennung von Charles, ihr Mann sei in seinen Kammerdiener verliebt. Spencer versichert, dass Diana diese Worte tatsächlich zu ihm gesagt habe. Gleichzeitig erklärt er, weder die Identität des Mannes zu kennen noch nachvollziehen zu können, weshalb seine Schwester diese Überzeugung hatte. Genau dort verläuft die entscheidende Grenze dieser Geschichte. Neu und journalistisch relevant ist Dianas bislang kaum bekannte Aussage, die ihr Bruder nun öffentlich dokumentiert. Nicht belegt ist hingegen, dass die von Diana vermutete Beziehung tatsächlich existierte. Fast drei Jahrzehnte nach ihrem Tod fügt Spencers Erinnerung der Geschichte einer der öffentlichsten und konfliktreichsten Ehen des britischen Königshauses damit ein weiteres Detail hinzu. Es ist ein bemerkenswertes Detail, aber kein Beweis für eine bislang unbekannte Affäre.


Diana über Charles: „Mein Mann ist in seinen Kammerdiener verliebt“. Prinzessin Diana soll ihrem Bruder Charles Spencer gesagt haben, ihr Mann sei in seinen Kammerdiener verliebt. Spencer bestätigt die Aussage, eine entsprechende Beziehung von Charles ist jedoch nicht belegt.

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